Änderung der Fach- und Gebrauchsinformationen aufgrund von PSUR Single Assessment-Verfahren
Die wissenschaftliche Bewertung von regelmäßig aktualisierten Berichten zur Unbedenklichkeit von Arzneimitteln (Periodic Safety Update Reports, PSURs) kann zur Änderung von Fach- und Gebrauchsinformationen führen. Im März 2026 setzte das BfArM in diesem Zusammenhang folgende Beschlüsse um:
Zusammenfassung des Risikos
Überempfindlichkeit/Angioödeme:
ACE-Hemmer können angioneurotische Ödeme verursachen, welche insbesondere während der ersten Behandlungswoche auftreten. In seltenen Fällen kann es jedoch auch nach Monaten oder Jahren einer Langzeitbehandlung mit einem ACE-Hemmer zu schweren Angioödemen kommen.
Ergänzung der Nebenwirkungen:
Insulinautoimmunsyndrom (IAS) mit der Häufigkeit „nicht bekannt“
Während der Behandlung mit Captopril wurden Fälle von Insulinautoimmunsyndrom (IAS), einschließlich schwerer hypoglykämischer Ereignisse, berichtet. Bei Verdacht auf Insulinautoimmunsyndrom sollte Captopril abgesetzt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Geänderte Abschnitte in der Fachinformation
4.4 Warnhinweise
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Risikos
Ergänzung der Nebenwirkungen:
Enzephalopathie mit der Häufigkeit „nicht bekannt”
Unter der Anwendung von Beta-Laktam-Antibiotika einschließlich Cefixim wurde über das Auftreten von Enzephalopathien berichtet, insbesondere bei älteren Patienten und Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Bei Verdacht auf eine Cefixim-assoziierte Enzephalopathie sollte ein Absetzen des Arzneimittels in Erwägung gezogen werden.
Geänderte Abschnitte in der Fachinformation
4.4 Warnhinweise
4.8 Nebenwirkungen
4.9 Überdosierungen
Coffein/Codein/Paracetamol/Propyphenazon und Acetylsalicylsäure/Coffein/Codein/Paracetamol
Zusammenfassung des Risikos
Toleranz und Opioidgebrauchsstörung
(Missbrauch und Abhängigkeit):
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden können sich eine Toleranz, eine physische und psychische Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung kann es zu einer Überdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörung bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der persönlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) erhöht.
Vor Beginn der Behandlung und während der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan für die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden.Die Anwendung sollte nicht länger als notwendig erfolgen.
Vor und während der Behandlung sollte der Patient außerdem über die Risiken und Anzeichen einerOpioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden.Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Die Patienten müssen auf Anzeichen für ein Suchtverhalten (drug-seeking behaviour) überwacht werden (z. B. zu frühe Anfrage nach Folgerezepten). Hierzu gehört auch die Überprüfung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und Psychopharmaka (wie Benzodiazepinen).
Schlafbezogene Atmungsstörungen:
Opioide können schlafbezogene Atemstörungen, einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxämie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikos für eine zentrale Schafapnoe einher. Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Reduzierung der Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden.
Hyperalgesie:
Wie bei anderen Opioiden sollte im Falle einer unzureichenden Schmerzkontrolle nach Erhöhung der Codeindosis die Möglichkeit einer opioidinduzierten Hyperalgesie in Betracht gezogen werden. Eine Dosisreduktion oder Überprüfung der Behandlung kann erforderlich sein.
Pankreatitis und Dysfunktion des Sphinkter Oddi:
Codein kann eine Funktionsstörung und einen Spasmus des Sphincter Oddi verursachen, wodurch das Risiko für biliäre Störungen und Pankreatitis steigt. Daher müssen Codein-haltige Arzneimittel bei Patienten mit Pankreatitis und Erkrankungen der Gallenwege mit Vorsicht angewendet werden.
Kounis-Syndrom:
Bei mit Acetylsalicylsäure-haltigen Arzneimitteln behandelten Patienten wurden Fälle von Kounis-Syndrom berichtet. Das Kounis-Syndrom umfasst kardiovaskuläre Symptome infolge einer allergischen Reaktion oder Überempfindlichkeitsreaktion mit einer Verengung der Koronararterien und kann potenziell zu einem Myokardinfarkt führen.
Wechselwirkungen:
Die gleichzeitige Anwendung mit Gabapentinoiden (Gabapentin und Pregabalin) kann zu Atemdepression, Hypotonie, starker Sedierung, Koma oder Tod führen.
Geänderte Abschnitte in der Fachinformation
4.2 Art der Anwendung
4.4 Warnhinweise
4.8 Nebenwirkungen
Gabapentin
Zusammenfassung des Risikos
Ergänzung der Nebenwirkung:
Exazerbation einer Myasthenia gravis mit der Häufigkeit „nicht bekannt“
Gabapentin sollte bei Patienten mit Myasthenia gravis mit Vorsicht angewendet werden, da nach dem Inverkehrbringen Fälle von Exazerbation der Myasthenia gravis unter Gabapentin berichtet wurden.
Entzugssymptome:
Nach Absetzen oder Dosisreduktion einer Kurzzeit- und Langzeitbehandlung mit Gabapentin wurden Entzugssymptome beobachtet Der Patient sollte zu Beginn der Behandlung hierüber informiert werden.
Geänderte Abschnitte in der Fachinformation
4.4 Warnhinweise
4.8 Nebenwirkungen
Piritramid
Zusammenfassung des Risikos
Toleranz und Opioidgebrauchsstörung
(Missbrauch und Abhängigkeit):
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden können sich eine Toleranz, eine physische und/oder psychische Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung kann es zu einer Überdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörung, bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der persönlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) erhöht.
Vor Beginn der Behandlung und während der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan für die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden. Die Anwendung sollte nicht länger als notwendig erfolgen.
Vor und während der Behandlung sollte der Patient außerdem über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden. Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Die Patienten müssen auf Anzeichen für ein Suchtverhalten (drug-seeking behaviour) überwacht werden (z. B. zu frühe Anfrage nach Folgerezepten). Hierzu gehört auch die Überprüfung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und Psychopharmaka (wie Benzodiazepinen)
Wechselwirkungen:
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und Gabapentinoiden (Gabapentin und Pregabalin) erhöht das Risiko für eine Opioidüberdosierung, Atemdepression und Tod.
Piritramid wurde im Kolostrum von Frauen nachgewiesen, die mit Piritramid behandelt wurden, jedoch in geringer Konzentration. Es ist nicht bekannt, ob Piritramid in die Muttermilch übergeht. Da jedoch bekannt ist, dass andere Opioide in die Muttermilch übergehen, kann ein Risiko für den gestillten Säugling nicht ausgeschlossen werden.
Geänderte Abschnitte in der Fachinformation
4.2 Art der Anwendung
4.4 Warnhinweise
4.5 Wechselwirkungen
4.6 Schwangerschaft und Stillzeiten
4.8 Nebenwirkungen
Simvastatin
Zusammenfassung des Risikos
Interagierende Wirkstoffe: Palbociclib, Ribociclib
Verschreibungsempfehlung für Palbociclib: gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen.
Verschreibungsempfehlung für Ribociclib: gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Simvastatin und Ribociclib sollte vermieden werden. Die gleichzeitige Anwendung von Simvastatin mit Palbociclib wird nicht empfohlen, da sie das Risiko der Rhabdomyolyse erhöhen kann.
Geänderter Abschnitt in der Fachinformation
4.5 Wechselwirkungen
*CMDh: Coordination Group for Mutual Recognition and Decentralised Procedures – Human