Finerenon
Handelsname: Kerendia®
- Anwendungsgebiet
(Stand: März 2026)
- Chronische Nierenerkrankung (mit Albuminurie) in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2, Erwachsene.
- Symptomatische chronische Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) ≥ 40 %, Erwachsene.
- Chronische Nierenerkrankung bei Diabetes mellitus Typ 2, Stadium 3 + 4 mit Albuminurie
Stellungnahme der AkdÄ (22.06.2023)
Fazit der AkdÄ*
Aus Sicht der AkdÄ ist für Finerenon zur Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) (Stadium 3 und 4 mit Albuminurie) in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2 ein Zusatznutzen nicht belegt.
Die AkdÄ stimmt der Einschätzung des IQWiG zu, dass die zweckmäßige Vergleichstherapie in den eingereichten Studien nicht umgesetzt wurde. Somit liegen keine geeigneten Daten vor. Aus diesem Grund ist ein Zusatznutzen für Finerenon in der vorliegenden Indikation nicht belegt.
Unabhängig davon, waren die beobachteten Effekte für Finerenon schwach. Die Gefahr der Hyperkaliämie als Nebenwirkung war dagegen deutlich erhöht.
*Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.G-BA: Unterlagen zur Nutzenbewertung (Beginn des Verfahrens: 01.03.2023)
- Neues Anwendungsgebiet: chronische Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) ≥ 40 %
Stellungnahme der AkdÄ (24.08.2026)
Fazit der AkdÄ*
Die AkdÄ schließt sich der Einschätzung des IQWiG an, dass der Zusatznutzen von Finerenon bei Erwachsenen mit symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz (HF) mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) ≥ 40 % nicht belegt ist.
Die AkdÄ verweist grundsätzlich auf den geringen bis allenfalls moderaten therapeutischen Effekt in den berücksichtigten Studien. Sie teilt darüber hinaus die Einschätzung des IQWiG, dass die Therapie der HF mit erhaltener LVEF (HfpEF) bzw. der HF mit geringgradig reduzierter LVEF (HfmrEF) in den Studien FINEARTS-HF, FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD überwiegend nicht dem aktuellen Versorgungsstandard entsprach. Wie vom IQWiG gefordert, sollten aus Sicht der AkdÄ Subgruppenanalysen zu SGLT-2-Inhibitoren nachgereicht werden (SGLT-2-Inhibitoren zu Baseline ja/nein). Nicht lösbar durch Subgruppenanalysen bleibt das Verbot von Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten (MRA) in den Studien. Dieses Verbot führt zu einer eingeschränkten Übertragbarkeit auf die Versorgungspraxis hinsichtlich der Therapieoptionen bei HFmrEF und therapieresistenter Hypertonie.
*Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.G-BA: Unterlagen zur Nutzenbewertung (Beginn des Verfahrens: 01.05.2026)