Drug Safety Mail 2018-21

07.05.2018 – „UAW-News International“: Kann Metamizol die Wirkung von ASS auf die Thrombozytenaggregation behindern? – hinsichtlich klinischer Relevanz und Empfehlungen für die Praxis bleiben Fragen offen

Einige experimentelle Untersuchungen sowie einzelne Beobachtungsstudien an Patienten legen nahe, dass Metamizol bei gleichzeitiger Anwendung die Wirkung von niedrig dosierter ASS auf die Thrombozytenaggregation vermindern kann. Ein Hinweis auf diese potenzielle Interaktion wurde 2014 in die Fachinformation von Metamizol aufgenommen. Jedoch bestätigen nicht alle Untersuchungen diese Interaktion eindeutig und die bislang verfügbaren unkontrollierten Studien zur klinischen Relevanz beruhen auf sehr kleinen Patientenzahlen und lassen noch keine abschließenden Empfehlungen zu.

Bei der Verordnung von Metamizol sollten sich Ärzte bewusst sein, dass es Hinweise auf eine potenzielle Wechselwirkung mit ASS 100 gibt. Dies gilt vor allem für Patienten mit einem hohen Risiko für kardio- oder zerebrovaskuäre Ereignisse. Die Indikation für Metamizol sollte kritisch geprüft und die niedrigste wirksame Dosis für den kürzest möglichen Zeitraum verordnet werden. Um seine hemmende Wirkung auf die Thrombozytenaggregation voll entfalten zu können, braucht ASS 100 einen zeitlichen Vorsprung vor der Einnahme anderer COX-Hemmer oder von Metamizol. Wenn ein Patient Metamizol und ASS 100 gleichzeitig anwendet, sollte ASS immer mindestens 30 Minuten vor Metamizol eingenommen werden. Es ist jedoch unklar, ob und wieweit ein solches Vorgehen potenzielle Interaktionen bei einer längerfristigen Einnahme verhindern kann.

Aus Sicht der AkdÄ müssen zur potenziellen Interaktion von Metamizol und ASS dringend weitere klinische Studien mit größeren Patientenzahlen sowie ggf. pharmakoepidemiologische Untersuchungen durchgeführt werden, damit die klinische Relevanz besser eingeschätzt werden kann und evidenzbasierte Empfehlungen für eine sichere Behandlung von Patienten abgeleitet werden können.