Geschichte

Als Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin haben Volker Koesling und Florian Schülke das Buch "Pillen und Pipetten" herausgegeben. Dieser Band beinhaltet das Kapitel von Prof. Bruno Müller-Oerlinghausen "Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft im Spannungsfeld der Interessen von Ärzteschaft und pharmazeutischer Industrie - Eine Geschichte von Erfolgen und Niederlagen 1911-2010".

Pilen und Pipetten

"Die Zahl der Akteure in der heutigen gesundheitspolitischen Landschaft ist im Zunehmen begriffen; ihre jeweilige gesellschaftliche Gewichtung ist Schwankungen unterworfen.

In ihrem historisch gewachsenen Selbstverständnis ist die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) einer der besonders konstanten und bedeutsamen Faktoren in diesem Konzert - ein von standespolitischen wie kommerziellen Interessen unabhängiger Wegweiser zu therapeutischer Vernunft.

Die Verordnung von Arzneimitteln hat bei der ärztlichen Behandlung Kranker zur Schmerzbekämpfung sowie zur Heilung oder Linderung von Leiden seit jeher eine große Bedeutung. Stets waren Ärzte dabei unter Beachtung des Grundsatzes nil nocere auf bestmögliche Wirksamkeit und Arzneimittelsicherheit bedacht. Nachdem früher ausschließlich der Apotheker auf spezielle Verordnung für einen bestimmten Patienten Arzneimittel individuell anfertigte, entwickelte sich allmählich durch Übernahme bewährter Rezepturen und deren Herstellung auf Vorrat die Arzneimittelindustrie. Damit vervielfältigten sich sowohl der Nutzen von Arzneimitteln durch großtechnische Herstellung und Neuentwicklung hochwirksamer Substanzen wie auch ihre Risiken durch lückenhafte, verschleiernde oder falsche Informationen über Wirksamkeit und unter Umständen gravierende Nebenwirkungen im Interesse der Verkaufsförderung.

Schon vor über hundert Jahren warnten deshalb Ärzte vor den daraus resultierenden Gefahren bei der Arzneimittelbehandlung. Diese Befürchtungen führten im Jahre 1911 zur Gründung einer Arzneimittelkommission der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, deren Arbeit seit mehr als 50 Jahren durch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft fortgesetzt wird."

(Einleitung aus dem Kapitel von Prof. B. Müller-Oerlinghausen)

 

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