Publizierte Meldungen der AkdÄ aus dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ).
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Rhabdomyolyse unter Zoledronsäure (Aus der UAW-Datenbank)
(Deutsches Ärzteblatt, Jg. 107, Heft 30, 30.07.2010)Zoledronsäure (Zometa®) gehört zur Gruppe der Bisphosphonate und wirkt über eine Hemmung der Knochenresorption. Es ist zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Patienten mit fortgeschrittenen, auf das Skelett ausgedehnten Tumorerkrankungen und zur Behandlung der tumorinduzierten Hyperkalzämie zugelassen.
Der AkdÄ wurde kürzlich von einem 70-jährigen Patienten berichtet, der wegen eines ossär metastasierten Prostatakarzinoms erstmalig eine intravenöse Bisphosphonattherapie mit Zoledronsäure (Zometa®) erhalten hatte (4 mg i. v.). Ungefähr zwölf Stunden später kam es zu einer akuten Verschlechterung des Allgemeinzustandes mit Fieber, Rückenschmerzen, psychomotorischer Unruhe sowie erhöhten Serumwerten von Myoglobin (2378 µg/l), CK (25.200, CK-MB: 218 U/l) und LDH (581 U/l) sowie Nachweis von Myoglobin im Urin (6101 µg/l), so dass unter dem Verdacht auf eine Rhabdomyolyse die Übernahme auf die Intensivstation erfolgte.
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Zusammenhang zwischen ambulant erworbener Pneumonie und der Einnahme von antipsychotischen Medikamenten bei älteren Patienten (UAW-News International)
(Deutsches Ärzteblatt, Jg. 107, Heft 27, 09.07.2010)Bei älteren Patienten werden Antipsychotika neben der Behandlung von Schizophrenien insbesondere zur Behandlung von psychischen und Verhaltenssymptomen wie Aggression und Agitation im Rahmen von Demenzerkrankungen verordnet.
Die Gabe von Antipsychotika bei älteren dementen Patienten ist jedoch mit Risiken verbunden. Neben den bekannten extrapyramidalen, kardialen und orthostatischen Nebenwirkungen ist das Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse wie Schlaganfälle erhöht. Eine erhöhte Mortalität bei älteren dementen Patienten, die zunächst im Zusammenhang mit der Gabe von atypischen Antipsychotika auffällig war und in die Fachinformationen aufgenommen wurde, konnte später auch für die typischen bzw. klassischen Antipsychotika gezeigt werden.
Eine aktuell publizierte Fallkontrollstudie hat jetzt den Zusammenhang zwischen der Antipsychotikagabe bei älteren Patienten und dem Auftreten ambulant erworbener Pneumonien untersucht.
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Hepatitis im Zusammenhang mit Sitagliptin bei vorbestehender nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (Aus der UAW-Datenbank)
(Deutsches Ärzteblatt, Jg. 107, Heft 23, 11.06.2010)Sitagliptin ist ein orales Antidiabetikum, das über die Inkretinhormone den Blutzucker beeinflusst. Es ist seit 2007 in Deutschland verfügbar und zugelassen für die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2, wenn Diät und Bewegung allein oder eine Behandlung mit anderen oralen Antidiabetika den Blutzucker nicht ausreichend senken. Es kann als Monotherapie bei Patienten eingesetzt werden, für die Metformin nicht geeignet ist, sowie als Kombinationspartner bei Zwei- oder Dreifachtherapien mit Metformin, einem Sulfonylharnstoff oder einem PPARgamma-Agonisten (Rosiglitazon, Pioglitazon). Sitagliptin ist auch zur Kombination mit Insulin zugelassen.
Der AkdÄ wurde der Fall eines 65-jährigen Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus gemeldet, der seit Anfang 2008 mit 100 mg Sitagliptin pro Tag behandelt wurde. Im März 2008 wurden bei dem Patienten erhöhte Leberwerte festgestellt (ASAT 1200 U/l, ALAT 1800 U/l, GGT 520 U/l, LDH 600 U/l, AP 250 U/l, Bilirubin 1,05 mg/dl). Es erfolgte eine stationäre Abklärung.
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Blutungsrisiko bei Patienten mit Myokardinfarkt unter Behandlung mit verschiedenen Kombinationen von ASS, Clopidogrel und Vitamin-K-Antagonisten (UAW-News International)
(Deutsches Ärzteblatt, Jg. 107, Heft 18, 07.05.2010)Die Thrombozytenaggregationshemmer Acetysalicylsäure (ASS) und Clopidogrel werden in der Primär- und Sekundärprophylaxe ischämischer Ereignisse eingesetzt, wobei die Kombination der beiden Arzneimittel den Therapiestandard bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom sowie nach koronarer Stentimplantation darstellt.
Die Studienergebnisse zum Blutungsrisiko unter der Kombination von ASS und Clopidogrel sind uneinheitlich. Besonders schwierig ist die Situation, wenn z. B. bei Vorhofflimmern zusätzlich die Gabe eines Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Phenprocoumon, Marcumar®) indiziert ist.
Eine dänische Studie hat jetzt das Risiko für Blutungsereignisse bei Patienten untersucht, die nach Myokardinfarkt mit ASS, Clopidogrel oder einem Vitamin-K-Antagonisten als Monotherapie oder in Kombination behandelt wurden.
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Temozolomid-induzierte Alveolitis (Aus der UAW-Datenbank)
(Deutsches Ärzteblatt, Jg. 107, Heft 12, 26.03.2010)Temozolomid (z. B. Temodal®) ist ein alkylierendes Zytostatikum und zugelassen für die Behandlung von Patienten mit erstmalig diagnostiziertem Glioblastoma multiforme, zunächst begleitend zur Radiotherapie und anschließend als Monotherapie in adjuvanten Zyklen, sowie bei einem malignen Gliom, das nach Standardtherapie rezidivierte oder progredient war.
Der AkdÄ wurde der Fall einer 64-jährigen Patientin gemeldet, die wegen eines rezidivierten Oligoastrozytoms mit Temozolomid behandelt wurde. Nach Einnahme über etwa drei Monate zeigte sich in CT-Aufnahmen der Lunge eine basal betonte Alveolitis. In den Fachinformationen von Temozolomid sind Alveolitiden oder Pneumonitiden zwar bislang nicht als unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufgeführt, jedoch finden sich in der Literatur drei Fallberichte von Pneumonitiden im Zusammenhang mit Temozolomid und auch in der Datenbank des deutschen Spontanmeldesystems sind weitere Verdachtsfälle erfasst.
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Metaanalyse zum Risiko von gastrointestinalen Perforationen bei Tumorpatienten, die mit Bevacizumab (Avastin®) behandelt werden (Aus der UAW-Datenbank)
(Deutsches Ärzteblatt, Jg. 107, Heft 6, 12.02.2010)Bevacizumab ist jeweils in Kombination mit einer Chemotherapie zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom sowie beim metastasierten Mammakarzinom und fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom zugelassen. Darüber hinaus ist es in Kombination mit Interferon alpha-2a beim fortgeschrittenen bzw. metastasierten Nierenzellkarzinom indiziert. Zu den schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Bevacizumab zählen u. a. Störungen der Blutbildung, thromboembolische Ereignisse, Blutungen, Wundheilungsstörungen, Magen-Darm-Perforationen, reversibles posteriores Leukoenzephalopathie-Syndrom (RPLS) und kardiovaskuläre Reaktionen wie Hypertonie und Herzinsuffizienz.
Aktuell wurde eine Metaanalyse basierend auf einer systematischen Literaturauswertung veröffentlicht, die das Risiko von gastrointestinalen Perforationen unter Bevacizumab näher untersucht hat.