Aktionsplan des Bundesministeriums für Gesundheit

zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Deutschland

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Am 17. August 2016 wurde der neue Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit 2016–2019 (Aktionsplan AMTS) durch das Bundeskabinett beraten und anschließend veröffentlicht. Der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärte dazu in einer Pressemitteilung: „[…] Arzneimittel sind in vielen Fällen entscheidend für den Heilungsprozess. Zugleich bestehen gesundheitliche Gefahren durch unsachgemäße Einnahme. Wir wollen gemeinsam mit allen Beteiligten – der Ärzte- und Apothekerschaft, den Pflegekräften sowie den Patientinnen und Patienten – den sicheren Umgang mit Arzneimitteln fördern, damit diese gut wirken können und unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen verhindert werden. […]“

Mit dem aktuellen Aktionsplan werden die erfolgreichen Anstrengungen zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit konsequent fortgesetzt. Er umfasst 42 Maßnahmen mit folgenden thematischen Schwerpunkten:

  • Sensibilisierung von Patienten, Ärzten, Apothekern, Pflegenden und der Öffentlichkeit für vermeidbare Risiken der Arzneimitteltherapie
  • Verbesserung der Informationen über Arzneimittel, Kennzeichnung von Arzneimitteln
  • Dokumentation der Arzneimitteltherapie und Messung der Arzneimitteltherapiesicherheit
  • Strategien zur Verbesserung der Sicherheit des Arzneimitteltherapieprozesses
  • Forschung im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit
  • Organisation der Umsetzung und Fortschreibung des Aktionsplans.

Die Umsetzung und Fortschreibung des Aktionsplans AMTS wird durch eine Koordinierungsgruppe bei der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) gewährleistet. Die Koordinierungsgruppe wird durch ein wissenschaftliches Sekretariat unterstützt. In der Koordinierungsgruppe sind vertreten: ABDA, ADKA, AkdÄ, APS, BMG, DKG, DPR, KBV und Patientenverbände. Basierend auf der erfolgreichen Arbeit der ersten drei Aktionspläne (2008–2009, 2010–2012 und 2013–2015) wird der Aktionsplan für den Zeitraum 2016–2019 kontinuierlich fortgeführt.

Seit 2008 wurden wichtige Beiträge zur Verbesserung der AMTS geleistet. Das wichtigste Ergebnis ist die Einführung des bundeseinheitlichen Medikationsplans. Spezifikation und Inhalte wurden durch die Koordinierungsgruppe erarbeitet. Auf Grund des Ende 2015 in Kraft getretene E-Health-Gesetz haben GKV-Versicherte mit Wirkung vom 1. Oktober 2016 Anspruch auf Erstellung eines Medikationsplans in Papierform durch den Vertragsarzt, wenn mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig angewandt werden.

 

Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie

Informationsmerkblatt für Patientinnen und Patienten

Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie

Die stärkere Beteiligung der Patientinnen und Patienten bei medizinischen Entscheidungen im Sinne der "gemeinsamen Entscheidungsfindung" ist auch für eine erfolgreiche Arzneimitteltherapie von großer Bedeutung. Daher fand im Rahmen des Aktionsplanes AMTS 2008/2009 am 18.11.2008 der Workshop "Sichere Pillen – Sensibilisierung der Patientinnen und Patienten für die Risiken der Arzneimitteltherapie" im Bundesministerium für Gesundheit in Berlin statt.

Es wurde in Arbeitsgruppen bestehend aus Ärzten, Apothekern und Patientenvertretern gemeinsame Kernbotschaften für ein Informationsmerkblatt erarbeitet. Nach der Feinabstimmung des Textes wurden Lesbarkeitstests durchgeführt, in denen untersucht wurde, ob die Inhalte des Informationsmerkblattes auch verständlich sind.

Die endgültige Version steht Ihnen hier zum Herunterladen zur Verfügung.

Eine Möglichkeit, die im Informationsblatt genannte "Liste der Arzneimittel" (Medikamentenplan) als Vordruck herunterzuladen, finden Sie auf den Seiten des Aktionsbündnis Patientensicherheit.


Kontakt

Anschrift: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Koordinierungsgruppe Aktionsplan AMTS
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
Telefon:
Telefax:
E-Mail:
Website:
030 400456-518
030 400456-555
ap-amts@akdae.de
www.ap-amts.de
Organisation: Dr. rer. medic. Matthias Litwa,
Referent wissenschaftliches Sekretariat Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit, AkdÄ
Karoline Luzar (Sekretariat)