Newsletter 2003-014 vom 07.03.2003

Die Bundesregierung möchte in den nächsten Wochen die Positivliste gesetzlich verabschieden lassen. Zu dem Referentenentwurf findet am 17.03.2003 die Anhörung statt (Gesetz über die Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln in der vertragsärztlichen Versorgung).

In der jetzigen Form muss der Entwurf abgelehnt werden, weil er die knappen Ressourcen mit irrationalen Behandlungen zusätzlich belasten wird. Eine große Zahl homöopathischer, phytotherapeutischer und anthroposophischer Arzneimittel, denen der wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweis fehlt und für die auch in Zukunft kein solcher Nachweis zu erwarten ist, sollen in Zukunft zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden. Dies war unter anderem dadurch erreichbar, dass bei dem Entwurf der Liste den drei Vertretern der besonderen Therapierichtungen in der zuständigen neunköpfigen Kommission eine Sperrminorität eingeräumt war.

Der Vorsitzende der AkdÄ hat vor kurzem eine Stellungnahme zur Positivliste abgegeben. Darin wird betont, dass eine Positivliste in vernünftiger Form unterstützt wird, weil sie zur rationalen Arzneimitteltherapie beitragen kann. Bitte informieren Sie sich auch z.B. unter Kardiologie Uni Köln.

Die "Initiative Konsequente Positivliste" ist eine von der Industrie und von Interessengruppen unabhängige ärztliche Initiative zur Sicherung rationaler Therapieprinzipien. Wir erheben damit Einspruch gegen die neue Belastung der gesetzlichen Krankenkassen und fordern dazu auf, Homöopathika, Phytotherapeutika und Anthroposophika aus der Positivliste zu streichen. Dies schließt die Möglichkeit der Verschreibung solcher Arzneimittel zu Lasten der Patienten oder einer kostendeckenden Zusatzversicherung nicht aus. Es gibt keine "besonderen Therapierichtungen", sondern nur Therapien mit bzw. ohne bewiesene Wirksamkeit.

Bitte unterstützen Sie unsere Aktion, indem Sie Ihre Unterschrift elektronisch über die Internetseite www.konsequente-positivliste.de abgeben. Die gesammelten Unterschriften werden wir publizieren und rechtzeitig den Entscheidungsorganen übermitteln.

Das Gesetzgebungsverfahren wird von Regierungsseite mit großer Eile betrieben. Bitte zögern Sie deshalb nicht lange. Leiten Sie bitte diesen Aufruf an möglichst viele ärztliche Kolleginnen und Kollegen weiter.