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VI - Sonstiges

Antibiotika-Resistenzentwicklung nachhaltig abwenden (ARena) – Wege für den Wissenstransfer

Abstract VI-04
5. Deutscher Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie; Berlin, 18.–19. Oktober 2018

P. Kaufmann-Kolle1, E. Andres1, L. Bader2, V. Wambach 3

1aQua-Institut Patientensicherheit und Arzneimittel, Maschmühlenweg 8-10, 37073 Göttingen, Deutschland
2KV Bayerns Referat SVS, Elsenheimerstrasse 39, 80687 München, Deutschland
3Qualität und Effizienz eG, Vogelsgarten 1, 90402 Nürnberg, Deutschland

Einleitung

Die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen ist ein weltweites Problem. Ursachen sind zu häufiger, teilweise unreflektierter Einsatz von Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin sowie zu hoher Verbrauch nicht-indizierter Breitspektrum-Antibiotika. Ziel von ARena (ISRCTN 58150046) ist die Optimierung des Antibiotika-Einsatzes in der ambulanten Versorgung bei Patienten mit unkomplizierten Infektionen (z. B. Erkältungskrankheiten, Harnwegsinfektionen).

Methoden

Dreiarmige Cluster-randomisierte Studie mit 14 Praxisnetzen (Bayern, Nordrhein-Westfalen) und einer Vergleichskohorte (Regelversorgung ohne Intervention).

Interventionen für Arzt / Praxisteam: Individuelles Feedback zur Verordnungssituation (indikatorengestützt, inkl. Benchmark), Implementierung von Leitlinien, Informationen zur Resistenzsituation, Qualitätszirkel (netzintern + arztgruppenübergreifend + sektorenübergreifend), E-Learning zur Kommunikation mit Patienten, IT-gestützte Entscheidungshilfen in der Praxisverwaltungssoftware.

Interventionen für Patienten / Öffentlichkeit: Social Media, YouTube, Blog, Flyer, Plakate, Tablet-PCs in Praxen mit laienverständlichen und mehrsprachigen Informationen.

Evaluation: anhand von GKV-Routinedaten (u. a. Indikatoren des European Surveillance of Antimicrobial Consumption Network) und begleitender Prozessevaluation (Interviews bzw. schriftliche Befragung von Patienten, Praxisteam, Beteiligten).

Ergebnisse

Das Projekt ARena wird mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter dem Förderkennzeichen 01NVF16008 gefördert. Die Interventionen sind 2017 gestartet und laufen bis zum Sommer 2019.

Diskussion und Schlussfolgerungen

Bei Ärzten, nichtärztlichen Leistungserbringern (z. B. Medizinische Fachangestellte, Apotheken, Pflegeeinrichtungen) und einer breiten Öffentlichkeit will ARena durch Einsatz verschiedener Medien ein Bewusstsein dafür schaffen, dass der zurückhaltende und leitliniengerechte Einsatz von Antibiotika nicht Verzicht, sondern Gewinn für alle darstellt – nicht zuletzt auch im Hinblick auf eine höhere Patientensicherheit. An Hand verschiedener Kommunikationsstrategien wird untersucht, wie vorhandenes Wissen in den Versorgungsalltag implementiert und einer möglichst breiten Öffentlichkeit nahe gebracht werden kann. Über erste Erfahrungen wird berichtet.


Interessenkonflikte

Ein Interessenkonflikt wird von den Autoren verneint.

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