PDF-Download dieses Artikels
VI - Sonstiges

Evaluation eines Handbuches zur Verbesserung der Arzt-Apotheker-Zusammenarbeit anhand potenzieller Erfolgsindikatoren

Abstract VI-02
5. Deutscher Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie; Berlin, 18.–19. Oktober 2018

M. Weißenborn, W. E. Haefeli, H. M. Seidling

Universitätsklinikum Heidelberg Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, Kooperationseinheit Klinische Pharmazie, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg, Deutschland

Einleitung

Eine funktionierende Arzt-Apotheker-Zusammenarbeit macht die Patientenversorgung effektiver und sicherer (1), ist aber abhängig von lokalen Gegebenheiten. In Deutschland fehlen qualitativ hochwertige Studien, das Risiko für Publikationsbias in der gering vorhandenen Evidenz ist hoch und Charakteristika einer erfolgreichen Zusammenarbeit wurden selten miterfasst. Eine umfassende Analyse deutscher Projekte inkl. grauer Literatur ergab, dass die Zusammenarbeit ggf. besser gelingt, wenn (I) sich die Heilberufler kennen, (II) Projekte gemeinsam geplant und Verantwortlichkeiten konsensual aufgeteilt werden, (III) Treffen zur Arbeitsoptimierung stattfinden, (IV) ein müheloser Informationsaustausch möglich ist, (V) beide profitieren und (VI) sie niederschwellig in die Praxis integriert werden kann (2). Kürzlich erhobene qualitative Information zur Zusammenarbeit (3) wurde in ein Handbuch überführt (4;5), welches Strategien aufzeigt, wie diese besser kooperieren und sich unterstützen können.

Methoden

Es wird geprüft, ob die Erfolgsindikatoren aus der Literatur (2) mit den gezielt erhobenen Daten einer qualitativen Studie mit ambulant in Deutschland tätigen Ärzten und Apothekern übereinstimmen (3-5) und ob diese die publizierten Daten um wichtige Aspekte erweitern.

Ergebnisse

Das Handbuch (5) greift folgende Inhalte auf: (zu I) Vorstellen, Checkliste „erstes Treffen“, subjektive Meinungen zur Zusammenarbeit, (zu II) Vereinbarungen, z. B. Umgang mit Interaktionen, (zu III) Treffen zum Austausch, Evaluation der Zusammenarbeit, (zu IV) Kommunikationshilfen, (zu V) Zeitersparnis durch optimierte Arbeitsabläufe, verbesserte Patientenversorgung durch Austausch individueller Beratungshinweise (Dosierung, Anwendung), (zu VI) Fokus auf leicht integrierbare Maßnahmen mit Erfolgsaussichten, z. B. Erreichbarkeit verbessern. Während das Review (2) Maßnahmen thematisiert (z. B. Nutzen der Zusammenarbeit, Incentivierung, Umsetzung im Praxisalltag), die für weiterführende, komplexere Projekte relevant sein könnten (z. B. Medikationsmanagement MM), standen in der Studie (3) alltagsrelevante Inhalte im Vordergrund (Kennenlernen, Kommunikationsinhalte/-wege), die für eine Annäherung der Heilberufler entscheidend sind.

Diskussion und Schlussfolgerungen

Das Handbuch kann den Einstieg in eine engere Zusammenarbeit erleichtern. Künftige Versionen könnten Leitfäden für interdisziplinäre Arbeitsgruppen anbieten und verstärkt beim Umsetzen aktueller Herausforderungen (Medikationsplan, MM) unterstützen.

Referenzen

  1. Hirsch JD, Steers N, Adler DS et al.: Primary care-based, pharmacist-physician collaborative medication-therapy management of hypertension: a randomized, pragmatic trial. Clin Ther 2014; 36: 1244–1254.
  2. Weißenborn M, Schulz M, Kraft M et al.: Potentielle Erfolgsindikatoren für die Durchführung von Projekten zur Arzt-Apotheker-Zusammenarbeit – eine systematische Übersicht. Gesundheitswesen [im Druck].
  3. Weissenborn M, Haefeli WE, Peters-Klimm F et al. Interprofessional communication between community pharmacists and general practitioners: a qualitative study. Int J Clin Pharm 2017;39:495–506.
  4. Weißenborn M, Haefeli WE, Seidling HM: Entwicklung eines Handbuches zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern im ambulanten Bereich. Krankenhauspharmazie. 2017; 38: 115.
  5. Weißenborn M, Seidling HM, Haefeli WE (Hrsg.): Arzt und Apotheker im Dialog - Arbeitsbuch für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Eschborn: Govi (Imprint) in der Avoxa-Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH, 2018.

Interessenkonflikte

Ein Interessenkonflikt wird von den Autoren verneint.

PDF-Download dieses Artikels