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IV - Medikationsfehler

Schweregrad der Medikationsfehler auf einer akutgeriatrischen Station

Abstract IV-08
5. Deutscher Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie; Berlin, 18.–19. Oktober 2018

E. Kiesel1, Y. Hopf1, M. Drey2

1Klinikum der Universität München Apotheke, München, Deutschland
2Klinikum der Universität München Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Akutgeriatrie, München, Deutschland

Einleitung

Die Polymedikation von geriatrischen Patienten führt zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Interaktionen und Nebenwirkungen. Apotheker als Arzneimittelexperten können an dieser Stelle beratend tätig werden, um die Medikation geriatrischer Patienten zu verbessern und damit die Arzneimitteltherapiesicherheit dieser Patienten erhöhen. Diese Studie sollte herausfinden, welchen Schweregrad die Folgen der arzneimittelbezogenen Probleme (ABP) haben, welche Apotheker auf einer akutgeriatrischen Station identifizieren.

Methoden

Während eines sechsmonatigen Interventionszeitraums von Juni bis Dezember 2017 wurden die ärztlichen Visiten auf der akutgeriatrischen Station des Klinikums der Universität München einmal wöchentlich durch eine Apothekerin begleitet. Alle ABP, welche den pharmazeutischen Interventionen (PI) zu Grunde lagen, wurden dokumentiert und nach den Kategorien des National Coordinating Council for Medication Error Reporting and Prevention (NCC MERP) bezüglich des Schweregrades ihrer Folgen klassifiziert und ausgewertet.

Ergebnisse

Während des Interventionszeitraums wurden 211 Patienten visitiert und hierbei 204 ABP bei 119 Patienten dokumentiert. Der Großteil der ABP, nämlich 91 % (n = 185), wurde als tatsächliche Medikationsfehler, welche jedoch nicht zu einer Schädigung des Patienten führten (NCC MERP Kategorien B, C und D), eingestuft. Weitere 4 % (n = 9) wurden als Umstände, welche Fehler verursachen können, eingestuft (Kategorie A). Die restlichen 5 % (n = 10) der ABP wurden als Fehler eingestuft, welche dem Patienten vorübergehend Schaden zufügten (Kategorien E und F). Diese Schäden waren vor allem osteoporotische Brüche bei fehlender ambulanter Behandlung der Osteoporose und gastrointestinale Beschwerden.

Diskussion und Schlussfolgerungen

Durch den Einsatz einer Apothekerin auf der akutgeriatrischen Station konnten ABP identifiziert und behoben werden. Der hohe Anteil an Medikationsfehlern, welche dem Patienten keinen Schaden zufügten spricht für den vorbeugenden Charakter der PI. Die interprofessionelle Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern auf geriatrischen Stationen sollte zukünftig gestärkt werden, um die Arzneimitteltherapie der Patienten zu optimieren. Auch im ambulanten Bereich ist eine stärkere interprofessionelle Zusammenarbeit zu befürworten, da die aufgetretenen Schäden durch ABP zum Teil ihren Ursprung in der ambulanten Versorgung hatten.


Interessenkonflikte

Ein Interessenkonflikt wird von den Autoren verneint.

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