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II - AMTS bei speziellen Populationen

Qualitätsverbesserung der Antibiotikatherapie auf Intensivstationen

Abstract II-07
5. Deutscher Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie; Berlin, 18.–19. Oktober 2018

A. Gansewig1, J. Thern1, H. Linnen2, T. Graf3, M. Nitschke4, H.-G. Strobel1, J. Rupp5, E. Kramme6

1Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Dezernat Apotheke, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, Deutschland
2Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, Deutschland
3Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Medizinische Klinik II, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, Deutschland
4Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Medizinische Klinik I, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, Deutschland
5Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, Deutschland
6Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie / Geschäftsführende Direktion, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, Deutschland

Einleitung

Im Rahmen von wöchentlichen Antibiotic Stewardship Visiten wird die Antibiotikatherapie infektiologisch und pharmazeutisch optimiert. Eine retrospektive Auswertung der Interventionen auf Intensivstationen ergab, dass ein hoher Anteil der Interventionen Dosierungsanpassungen sind. Die frühzeitige und adäquate Antibiotikatherapie ist ein wichtiger intensivmedizinscher Qualitätsindikator (1). Entsprechend wurde ein Antibiotika Leitfaden speziell für die Intensivmedizin entwickelt.

Methoden

Es wurde eine umfassende Literaturrecherche zu Dosierungskonzepten für kritisch kranke Patienten vorgenommen. Vom ABS-Team wurden daraus Empfehlungen abgeleitet. Diese wurden innerhalb der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie, der interdisziplinären infektiologischen Fallkonferenz, mit der Nephrologie und den verantwortlichen Oberärzten der Intensivstationen diskutiert und konsentiert. Es erfolgt im Verlauf eine Messung der Qualitätsverbesserung im Rahmen einer monozentrischen prospektiven Fallstudie mit retrospektiver Kontrollgruppe.

Ergebnisse

Der Leitfaden Antibiotika Intensivmedizin legt den Fokus auf Empfehlungen für Dosisanpassungen bei Niereninsuffizienz und das am häufigsten auf Intensivstationen der Kliniken eingesetzten Dialyseverfahren (Genius®). Zusätzlich sind für die Sepsistherapie prolongierte Infusionen inklusive erforderlicher Loadingdoses aufgeführt. Das Konzept wurde als Kitteltaschenkarte herausgegeben und im Intranet veröffentlicht.

Diskussion und Schlussfolgerungen

Die übersichtliche Ansicht der Empfehlungen auf der Kitteltaschenkarte ermöglicht ein rasches und praxisgerechtes Handeln, welches im Rahmen der Antibiotikatherapie bei kritisch kranken Patienten entscheidend ist. Da es sich vielfach um „Off-Label“ Empfehlungen handelt, war eine interdisziplinäre Konsentierung der Empfehlungen essenziell. Die gerade laufende Studie wird abschließend dazu beitragen, eine Aussage zum Grad der Qualitätsverbesserung und Machbarkeit der Intervention zu treffen.

Referenzen

  1. Braun J-P, Kumpf O, Deja M, et al. The German quality indicators in intensive care medicine 2013, second edition. GMS German Medical Science 2013; 11: Doc09. doi:10.3205/000177.

Interessenkonflikte

Ein Interessenkonflikt wird von den Autoren verneint.

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