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I - Strategien zur Risikovermeidung (ambulant, stationär, sektorenübergreifend)

Vermeidung von Arzneimittelrisiken durch Patientenaufklärung

Abstract I-16
5. Deutscher Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie; Berlin, 18.–19. Oktober 2018

S. Reinert, M. Firner, A. Musto

ifap Service-Institut für Ärzte und Apotheker GmbH, Bunsenstr. 7, 82152 Martinsried, Deutschland

Einleitung

Ein wichtiger Teilaspekt der Arzneimitteltherapiesicherheit ist die richtige Anwendung von Medikamenten durch den Patienten. Eine Kohortenstudie an > 450 Herz-Patienten fand heraus, dass etwa die Hälfte aller aus dem Krankenhaus Entlassenen ihre Medikation falsch anwenden oder missinterpretieren (1). Ein Review über verschiedene Studien zu Medikationsfehlern kommt zu dem Schluss, dass neue Technologien viele Möglichkeiten bieten, um die Arzneitherapiesicherheit auf der Patientenseite zu verbessern (2).

Der bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP) adressiert bereits das Bedürfnis nach sektorenübergreifender, harmonisierter Arzneimittel-Liste, die für den Patienten übersichtlich und laiengerecht die momentane Medikation beschreibt. Software zu Erstellung und Verwaltung des BMP gibt dem Arzt kaum Hilfsmittel, die Spalte „Hinweis“ schnell und korrekt auszufüllen. Darüber hinaus besteht oft das Bedürfnis, neben dieser kurzen Erinnerungsstütze dem Patienten auch passgenaue und laienverständliche Aufklärung über die richtige Einnahme der Medikation mit nach Hause zu nehmen. Je nach demografischen Merkmalen kann diese Patientenaufklärung in Form von ausgedruckten Ergänzungsblättern zum BMP oder als App realisiert werden.

Methoden

Software zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit in der Arztpraxis muss verstärkt die Aufklärung und Information des Patienten durch den Arzt im Focus haben und letzterem geeignete Hilfen dazu zur Verfügung stellen.

Ergebnisse

Relevante Informationen im Kontext der Arzneimittel-Anwendung sind beispielsweise der Einnahme- oder Anwendungszeitpunkt in Relation zur Mahlzeit (davor, während oder danach), die Einhaltung von Regeln in Bezug auf Nahrungszufuhr (bspw. Grapefruit vermeiden, für einen bestimmten Zeitraum vor bzw. nach der Medikamenteneinnahme auf Kalcium/Magnesium verzichten oder fetthaltige Nahrung meiden) oder spezifische Hinweise zur korrekten Arzneianwendung wie z. B. die Einnahme von Bisphosphonaten in aufrechter Körperhaltung.

Diskussion und Schlussfolgerungen

Die Lösung der ifap versorgt Ärzte mit Therapie-Informationen, die sich gezielt an die Patienten richten und die richtige Anwendung der verordneten Medikation gewährleisten sollen. Eigens entwickelte Ultra-Kurztexte sind dabei ausdrücklich so formuliert, dass sie vom Arzt direkt auf den BMP übernommen werden können.

Referenzen

  1. Mixon AS, Myers AP, Leak CL et al.: Characteristics associated with postdischarge medication errors. Mayo Clin Proc. 2014; 89(8): 1042-51.
  2. Mira JJ, Lorenzo S, Guilabert M et al.: A systematic review of patient medication error on self-administering medication at home. Expert Opin Drug Saf. 2015; 14(6): 815-38.

Interessenkonflikte

Die Autoren sind Mitarbeiter der ifap Service-Institut für Ärzte und Apotheker GmbH.

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