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I - Strategien zur Risikovermeidung (ambulant, stationär, sektorenübergreifend)

ATHINA – Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken

Abstract I-02
5. Deutscher Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie; Berlin, 18.–19. Oktober 2018

C. John1, J. Fabricius2, J. Hauser3, I. Justus4, P. Schäfer5, H. Seidling6

1Apothekerkammer Nordrhein AMTS/ATHINA, Poststr. 4, 40213 Düsseldorf, Deutschland
2Apothekerkammer Niedersachsen Fortbildung, An der Markuskirche 4, 30163 Hannover, Deutschland
3Landesapothekerkammer Hessen, Kuhwaldstraße 46, 60486 Frankfurt am Main, Deutschland
4Apothekerkammer Bremen, Eduard-Grunow-Straße 11, 28203 Bremen, Deutschland
5Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, Villastraße 1, 70190 Stuttgart, Deutschland
6Universitätsklinikum Heidelberg Kooperationseinheit Klinische Pharmakologie / Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg, Deutschland

Einleitung
ATHINA – Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken

Medikationsanalysen sind ein vielversprechender Ansatz, um Probleme in der Medikation zu erkennen und kurzfristig zu lösen. Bisher stehen nur begrenzt Informationen zur Praktikabilität und Bedeutung systematischer Medikationsanalysen für die tägliche Arbeit in der öffentlichen Apotheke zur Verfügung.

Methoden

In dem apothekenzentrierten und von den Apothekerkammern Nordrhein, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen und Bremen initiierten Projekt ATHINA bieten geschulte Apotheker Medikationsanalysen für ältere Patienten mit Polypharmazie an. Seit dem Jahr 2012 wurden über 2000 Apotheker geschult und bieten regelhaft Medikationsanalysen an.

Ergebnisse

In einer retrospektiven Auswertung wurden 912 Medikationsanalysen mit durchschnittlich 10,8 ± 3,6 Arzneimitteln von insgesamt 241 ATHINA-Apothekern evaluiert. Die Apotheker dokumentierten bei nahezu jedem Patienten (N = 869/912, 95,3 %) mindestens ein arzneimittelbezogenes Problem. Bei 75,7% (N = 3972/5248) der Arzneimittel, die mit einem ABP oder Informationsbedarf behaftet waren, dokumentierten die Apotheker die Maßnahme, die zur Lösung des Problems ergriffen wurde.

Am Ende gaben die Apotheker an, dass 60,9 % der Probleme gelöst waren, 22,7 % teilweise gelöst und 5,5 % eigentlich als gar kein Problem zu bewerten waren. Im Durchschnitt nahm so die Rate an problembehafteten Arzneimitteln pro Medikation von 56 ± 22,7 % auf 28,9 ± 18,3 % ab und im Umkehrschluss stieg der Anteil der Patienten, deren Medikation kein einziges (ungelöstes) ABP mehr enthielt, signifikant auf 39,4 % (verglichen mit 4,7 % der Patienten, bei denen schon zu Beginn der Analyse kein einziges ABP in der Medikation identifiziert wurde, p < 0,001).

Diskussion und Schlussfolgerungen

Diese Analyse zeigt, dass Apotheker in öffentlichen Apotheken sehr gut Patienten identifizieren können, die arzneimittelbezogene Probleme oder einen Informationsbedarf hinsichtlich ihrer Medikation aufweisen. Im Rahmen einer Medikationsanalyse können Apotheker viele dieser Probleme lösen.

Um den mittelfristigen Einfluss einer ATHINA-Intervention auf die Medikation und patientenbezogene Endpunkte zu evaluieren, wird im ATHINA-Konsortium derzeit eine prospektive Studie durchgeführt – im zweiten Halbjahr 2018 werden erste Ergebnisse vorliegen.

Referenzen

Seidling HM, Send AF, Bittmann J, Renner K, Dewald B, Lange D, Bruckner T, Haefeli WE. Medication review in German community pharmacies - Post-hoc analysis of documented drug-related problems and subsequent interventions in the ATHINA-project. Res Social Adm Pharm 2016 (Epub) . doi: 10.1016/j.sapharm.2016.10.016


Interessenkonflikte

Ein Interessenkonflikt wird von den Autoren verneint.

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