Allergische Reaktion auf Humaninsulin (UAW-News - International)

Die AkdÄ möchte Sie im Folgenden über Publikationen und Meldungen aus dem internationalen Raum informieren und hofft, Ihnen damit nützliche Hinweise auch für den Praxisalltag geben zu können.

Ein 60-jähriger Patient ohne Allergien in der Vorgeschichte erkrankte 1999 an einem Diabetes mellitus. Dieser wurde zunächst ohne Insulin behandelt. Im Juni 2002 wurde ein humanes rekombinantes Insulin (Humulin NPH®, Lilly, Indianapolis, IN) eingesetzt. Kurz nach Beginn der Behandlung entwickelte der Patient jeweils 25 bis 30 Minuten nach der Injektion an der Injektionsstelle eine allergische Reaktion. Die lokalen Erscheinungen verschwanden eine bis zwei Stunden nach der Behandlung. Etwa drei Monate später bekam der Patient fünf Minuten nach der Insulin-Injektion einen Pruritus an Hand und Fußsohlen und eine generalisierte Urtikaria, ein Gesichtsödem und ein Ödem der Zunge. Er war kurzatmig und zeigte spastische Atemgeräusche. Er wurde mit Adrenalin und Corticosteroiden behandelt und danach stationär aufgenommen. Hier wurden intradermale Tests insbesondere im Hinblick auf die Begleitstoffe vorgenommen, die aber negativ verliefen. Intrakutane Tests waren aber positiv auf humanes und Schweine-Insulin sowie auf Insulin lispro.

Im deutschen Spontanerfassungssystem (gemeinsame Datenbank von BfArM und AkdÄ; Stand: 29.10.2004) sind zu Humaninsulinen 825 Meldungen registriert. Darunter befinden sich auch 36 Meldungen (4,4 Prozent) über (generalisierte) allergische Reaktionen. Über Reaktionen an der Injektionsstelle wurde in 5,9 Prozent der Fälle berichtet. Darüber hinaus sind drei Meldungen über ein Angioödem und fünf Meldungen über ein Gesichtsödem erfasst. In den Fachinformationen wird auf die Möglichkeit lokaler und generalisierter Überempfindlichkeitsreaktionen hingewiesen.

Bei weiter steigenden Verordnungszahlen sollte auch vermehrt mit allergischen Reaktionen nach Anwendung von Insulinen gerechnet werden.

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Sie können dafür den in regelmäßigen Abständen im Deutschen Ärzteblatt auf der vorletzten Umschlagseite abgedruckten Berichtsbogen verwenden oder diesen von der AkdÄ-Internetpräsenz www.akdae.de abrufen.

Literatur
1. Schwabe U, Paffrath P (Hrsg.): Arzneiverordnungs-Report 2004. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2004.
2. Fernández L, Duque S, Montabán C, Bartolomé B: Allergy to human insulin. Allergy 2003; 58: 1317.


Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin

Postfach 12 08 64, 10598 Berlin

Telefon: +49 30 400456-500, Telefax: +49 30 400456-555

E-Mail an die Geschäftsstelle