Rote-Hand-Brief zu Hinweisen auf ein erhöhtes Risiko für sekundäre Neoplasien bei mit Cardioxane® vorbehandelten Kindern
Cardioxane® (Dexrazoxan) ist ein Analogon der Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) mit einer Topoisomerase-II-hemmenden Aktivität. Es ist zugelassen zur Vorbeugung von chronischer kumulativer Kardiotoxizität durch Verwendung von Doxorubicin oder Epirubicin bei Patienten mit fortgeschrittener und/oder metastasierter Krebserkrankung nach vorheriger anthrazyklinhaltiger Behandlung. Der genaue Mechanismus der Kardioprotektion durch Dexrazoxan ist nicht abschließend geklärt.
Der Hersteller informiert über veröffentlichte Studien, die darauf hinweisen, dass bei Kindern die Inzidenz von sekundären Neoplasien (u. a. AML/MDS und solide Tumoren) deutlich ansteigt, wenn Cardioxane® einem Behandlungsschema mit mehreren Chemotherapeutika hinzugefügt wird, insbesondere bei multiplen Inhibitoren der Topoisomerase-II (1,2). Angesichts des in präklinischen Studien gezeigten mutagenen Potentials von Dexrazoxan ist ein Zusammenhang wahrscheinlich.
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© Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft Letzte Änderung: 28.07.2010