Empfehlungen der europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) zur Minimierung des Risikos von nephrogener systemischer Fibrose (NSF) durch Gadolinium-haltige Kontrastmittel
Die nephrogene systemische Fibrose ist eine seltene, schwerwiegende und teilweise lebensbedrohliche Erkrankung, die mit der Bildung von Bindegewebe in Haut, Gelenken, Muskeln und inneren Organen einhergeht. Sie kann bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in Folge der Verabreichung von Gadolinium(Gd)-haltigen Kontrastmitteln bei Magnet-Resonanz-Tomographien (MRT) auftreten. Die AkdÄ hat im Jahr 2007 über die NSF berichtet:
Die EMEA hat jetzt Empfehlungen zur Minimierung des Risikos von NSF in einer Pressemitteilung veröffentlicht:
Unter anderem wurden die zugelassenen Gd-haltigen Kontrastmittel entsprechend ihres Risikos in drei Gruppen (high-, medium- und low-risk) eingeteilt. Für Patientengruppen mit einem erhöhten Risiko für NSF (eingeschränkte Nierenfunktion, Neugeborene bis zu einem Alter von vier Wochen, Patienten vor oder nach einer Lebertransplantation) sowie für Stillende werden spezifische Anwendungsmodalitäten bzw. Warnhinweise in Abhängigkeit von der oben genannten Eingruppierung des eingesetzten Kontrastmittels empfohlen. Grundsätzlich sollte bei Patienten vor Gabe eines Gd-haltigen Kontrastmittels eine Laboruntersuchung der Nierenfunktion durchgeführt werden.
In die Fach- und Gebrauchsinformationen aller Gd-haltigen Kontrastmittel soll aufgenommen werden:
Die EMEA empfiehlt außerdem, dass weitere Studien zum langfristigen Verbleib von Gadolinium in menschlichen Geweben durchgeführt werden sollen. Weitere Informationen finden sich auch in Questions & Answers der EMEA (http://www.emea.europa.eu/pdfs/human/referral/gadolinium/72739909en.pdf).
Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Auf der Internetseite der AkdÄ finden Sie dafür einen Berichtsbogen, der auch regelmäßig im Deutschen Ärzteblatt abgedruckt wird. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einen UAW-Verdachtsfall online zu melden.
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© Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft Letzte Änderung: 09.09.2010